Unsere Botschafter

Emma Oubeid Afandi

Beruf: Archäologin
Geburtsjahr: 1989
Wurzeln: Syrien

Emma wurde als Tochter eines kurdischen Ehepaars in Kobani (Syrien) geboren. 2013 reiste die siebenköpfige Familie per Auto von Syrien nach Österreich, da die Afandis die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen weil Emmas Vater 20 Jahre hier gelebt und das Medizinstudium absolviert hat. Emma hat in Syrien Archäologie studiert. Hier in Wien ist sie als Dolmetscherin bei der Wirtschaftsuniversität tätig und möchte zukünftig gerne im Bereich Sozialberatung arbeiten. Freiwilliges Engagement ist für sie selbstverständlich: nachdem sie in Linz bei Radio Fro ehrenamtlich als Moderatorin gearbeitet hat, unterstützt sie nun den Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes als Arabisch-Dolmetscherin und berät Schutzsuchende online, damit sie sich in der neuen Heimat besser zurechtfinden. Da die kurdische Syrerin bis vor ein paar Jahren selbst in Syrien gelebt hat und die österreichische Mentalität seit ihrer Kindheit kennt, weiß sie über das Leben in beiden „Kulturen“ Bescheid und ist sich den gegenseitigen Vorurteilen sehr bewusst.

Wenn Emma nicht gerade dolmetscht schreibt der Bücherwurm kurze Geschichten und Gedichte, geht schwimmen oder hört klassische Musik.

 

Aboud Alibrahim

 

Beruf: Student
Geburtsjahr:1993
Wurzeln: Syrien

Der lebenslustige 24-jährige Aboud wurde in Deir Ezzor geboren, einer Stadt im Osten Syriens. Seine Kindheit verbrachte er wie andere Kinder mit Fußball, Schule und dem Erkunden der Stadt und absolvierte die Schule mit sehr guten Noten. 2011 begann Aboud mit einem Studium und spezialisierte sich auf petrochemische Ingenieurswissenschaften, da Deir Ezzor ein Zentrum der syrischen Erdölförderung ist. Nach Abschluss des Bachelor-Studiums begann er mit dem Studium der englischen Literatur an der al-Furat-Universität. Leider konnte er nur ein Semester lang studieren, da er im Juli 2015 nach Europa flüchten musste. Nach Zwischenstationen in der Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn kam Aboud am 5. September 2015 um 22:35 in Wien an. Und das ist nur der Anfang…

 

Eyad Jarach

 

Beruf: Medizintechniker
Geburtsjahr: 1980
Wurzeln: Syrien

Der 36-jährige Medizintechniker lebte bis vor seiner Flucht mit seiner Familie in Damaskus (Syrien), wo er 2011 das Studium „Biomedical Engineering“ abgeschlossen hat.
Bereits ein Jahr davor hat er seine eigene Firma aufgebaut und sagt auch jetzt, dass seine beruflichen Stärken im Bereich Marketing und Vertrieb liegen.
Durch den Krieg in Syrien hat der aufgeschlossene Syrer innerhalb von eineinhalb Jahren jegliche Sicherheit für sich und seine Familie verloren und entschied sich daher, sein Heimatland zu verlassen und nach Lybien zu fliehen. Als auch dort die Situation zunehmend unsicher wurde, entschied sich die Familie im Sommer 2014 zur Flucht nach Europa. Zu Beginn lebte Eyad mit seiner Frau und seinem Sohn in Klaffer (OÖ). Wie in Lybien verlor er auch dort nicht die Motivation, sich und seiner Familie ein neues Leben aufzubauen, wobei er dabei nicht auf andere vergaß und neue Flüchtlingsfamilien mit Dolmetsch und Beratung unterstützte. Dieses Talent konnte Eyad als hauptberuflicher Asylbetreuer beim Roten Kreuz Rohrbach ebenfalls einsetzen, bevor er im April 2016 nach Wien umzog, wo er sich sehr wohl fühlt.
Eyad engagiert sich ehrenamtlich bei „projektXchange“ und beim Verein „More than one perspective“ und bezeichnet sich selbst als kontaktfreudig, optimistisch und kommunikativ.

In zehn Jahren sieht er sich als „syrischer Österreicher“ und freut sich, durch das Projekt „crosstalk“ vielen österreichischen Menschen zu begegnen.

 

 

Walat Zinal

 

Beruf: Dolmetscher / Studium Islamisch Lehramt
Wurzeln: Syrien
Geburtsjahr: 1986

 
Ausbildung:

Universität Damaskus 2005 – 2009

Damaskus, Syrien
Studienschwerpunkte: Islamisch Lehramt
Abschluss: 2009

 

Sprachkenntnisse:

  • Kurdisch: Muttersprache
  • Arabisch: sehr gut
  • Türkisch: gut
  • Englisch: etwas
  • Deutsch: etwas
  • Schwedisch: etwas

 

Hobbys & Interessen:

  • Lesen
  • Internet surfen
  • Fußball spielen
  • Freunde treffen
  • Einkaufen
  • Kochen

 

Bayar Suleiman

 

Beruf: Lehrer
Geburtsjahr: 1989
Wurzeln: Syrien

In Syrien habe ich Kinder im Alter von 6 -12 Jahren, in allen Grundschulfächern unterrichtet. Nebenbei habe ich auch als EDV-Techniker gearbeitet (Software aufspielen – Hardware Reparaturen – Formatieren).

Meine Muttersprache ist Kurdisch und ich spreche auch Arabisch, Deutsch und ein bisschen Englisch.

Ich bin seit 2014 in Österreich und ich habe als Freiwilliger im Flüchtlingsheim gearbeitet.

Ich interessiere mich für das Tambur spielen, Spazieren und Internet surfen.

 

 

Kella Wala

 

Beruf: Betreuer in der Wohnungslosenhilfe
Geburtsjahr: 1959
Wurzeln: St. Lucia

Mein Name ist Kella Wala, ich wurde in Babonneau, Castries, Saint Lucia, West Indies geboren und wuchs dort in einer Familie mit zehn Geschwistern auf. Inzwischen bin ich mit einer Wienerin verheiratet und habe selbst zwei Söhne. Mit 19 Jahren begann ich auf der Karibik-Insel als Bauer zu arbeiten, war aber immer auch in sozialen Projekten tätig und konnte dadurch zu vielen Organisationen und Vereinen Kontakte aufbauen. So war ich zum Beispiel Vorsitzender der Kulturorganisation „Fond Assua Youth Organisation“ und Mitglied einer Rastafari-Bauerngemeinschaft. Da die Landwirtschaft mein Hauptinteresse war, war ich an vielen Arbeiten für und mit der Regierung von St. Lucia beteiligt. Zu dieser Zeit war ich Umweltaktivist, Kultur- und Bildungsorganisator und Trainer für organische Landwirtschaft und hatte mit verschiedenen Ministerien, Bildungseinrichtungen und Vertretungsgremien zu tun. Eines dieser Netzwerke war die Universität Wien und so führte mich mein Weg 2003 nach Österreich. Nach Deutschkursen und Mitwirken bei der Afrikanischen Kultur Union engagiere ich mich seit 2011 beim Wiener Roten Kreuz. Dort arbeite ich als Betreuer in einer Wohnungslosenhilfe Einrichtung und bin außerdem Freiwilliger bei den Integrationsprojekten „PROTECT“ und „projektXchange“. Als passionierter Hobby-Gärtner kümmere ich mich in meiner Freizeit um den Blumengarten der Bezirksstelle in Floridsdorf. Es war nicht einfach, in Wien Fuß zu fassen. Ich weiß, dass mein Deutsch nicht perfekt ist, aber ich dachte mir von Anfang an: „Besser schlechtes Deutsch reden, als gar nicht mit anderen Leuten sprechen!“ Ich freue mich, meine Erfahrungen nun auch im Rahmen von crosstalk mit anderen Menschen teilen zu können.

 

 

Ali Asghari

 

Geburtsjahr: 1991
Wurzeln: Afghanistan

Ich heiße Ali Asghari und bin 24 Jahre alt. Ich bin in Afghanistan geboren, aber aus Sicherheitsgründen in den Iran geflohen. Dort habe ich viel Rassimus erlebt, weil Einwanderer im Iran als Abschaum des Staates bezeichnet werden. Willkommen war ich dort nie. Einer meiner Brüder war zu diesem Zeitpunkt bereits nach Österreich geflohen, somit konnten wir auch auf legalem Weg nach Österreich kommen. Wie bei fast allen guten Dingen, gibt es auch an dieser Geschichte einen Haken. Wir hatten keinen afghanischen Pass. Deswegen mussten wir wieder zurück nach Afghanistan, um uns Pässe ausstellen zu lassen. Nach einem zwei- oder dreimonatigen Aufenthalt haben wir sie schließlich bekommen und sind dann über den Iran nach Österreich geflohen.

In Österreich wurde ich nach einer Woche in eine Hauptschule gebracht. Ich habe hier mit der zweiten Klasse begonnen und nach drei Jahren konnte ich die Hauptschule positiv abschließen. Durch eine Übergangsklasse konnte ich ins Gymnasium wechseln, dort habe ich nach einer Ehrenrunde die Matura geschafft. Heute bin ich Student der Rechtswissenschaften in Wien. Ich möchte später in Österreich als Richter arbeiten, um dann die Möglichkeit zu haben, nach Afghanistan zurückzukehren und dort den Aufbau eines demokratischen Systems zu unterstützen, das auf Freiheit und Gleichheit aufbaut.

 

 

Bassel Kannou

 

Wurzeln: Syrien/Palästina

Motto/Lebensweisheit:
Um klar zu sehen reicht oft ein Wechsel der Blickrichtung.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Lebenslauf von Bassel Kannou:
Ich bin in Aleppo/ Syrien geboren und aufgewachsen. Mein Vater kommt aus Palästina. Nach der Grundschule besuchte ich das Kindy-Gymnasium in Aleppo.

An der Aleppo Universität studierte ich BWL. Mein Doktoratstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften schloss ich an der JKU in Linz 2005 ab. An der Privatuniversität „UMIT“ in Tirol studierte ich parallel dazu Gesundheitswissenschaften.

Gleich nach dem Uni-Abschluss nahm ich meine Tätigkeit als Marketing-Manager an der EMCO Privatklinik in Salzburg auf. Später arbeitete ich als Marketing-Manager bei der SANLAS Holding (Privatkrankenhäuser). Derzeit gründe ich meine eigene Firma.

Neue Herausforderungen und Kommunikation mit anderen Menschen sind mir sehr wichtig. Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Rettungssanitäter beim Österreichischen Roten Kreuz habe ich viele Menschen kennengelernt.

Zu meinen Hobbies zählen Musik hören, Malen, Lesen, mich mit Freunden treffen und Tischtennis spielen.

 

 

Pamela Andrea Muñoz Lagos

 

Geboren 1983 in Chile

Kurzbeschreibung:
Pamela Andrea Muñoz Lagos ist der Liebe wegen von Chile nach Österreich gezogen und arbeitet in einem bekannten Tonstudio in der Steiermark.

Motto:
Egal was passiert, es hat seinen Grund. Man muss nur zwischen den Zeilen lesen.

Lebenslauf von Pamela Andrea Muñoz Lagos:
Im August 2008 habe ich meinen Mann Gernot in Chile kennengelernt. Er ist Serviceman für Rossignol im kanadischen Skiteam.

Ich habe damals in einer Autovermittlungsfirma gearbeitet. Gernot hat ein Auto gemietet und wir haben uns am Flughafen kennen gelernt.

Nach sechs Monaten Fernbeziehung bin ich im Juni 2009 nach Österreich gekommen. Wir wohnen seitdem in Murau in der Steiermark.

Ich liebe es, in Österreich zu leben. Ich habe Gott sei Dank vorher Deutsch gesprochen, weil die Familie meines Papas aus Deutschland stammt. Deswegen habe ich mit der Sprache nie große Probleme gehabt.

Im Oktober 2011 habe ich beim Roten Kreuz Murau die Sanitätshilfeausbildung angefangen. Seit Juni 2012 bin ich Rettungssanitäterin. Für mich ist es Sport für die Seele, anderen Personen zu helfen.

Seit Mai habe ich eine fixe Arbeitsstelle im Büro. Ich arbeite in dem Tonstudio von Andreas Gabalier und Nik P. 🙂

 

 

Sabri Opak

 

Hallo, ich heiße Sabri Opak und lebe in Linz. Ich komme ursprünglich aus der Türkei und habe einen halb kurdischen / halb türkischen familiären Hintergrund. Ich habe mich bereits seit meiner Jugend für ein harmonisches und gewaltfreies Miteinander eingesetzt (Verweigerung des Militärdienst, Engagement bei gewaltfreien Initiativen in Istanbul und Anatolien). Aufgrund der damals für mich nicht akzeptablen politischen Umstände in der Türkei kam ich als Flüchtling nach Österreich (2003) und fand hier meine zweite Heimat.

Am Anfang konnte ich noch kein Wort Deutsch, aber das änderte sich schnell! Am Anfang hatte ich keine Ahnung von der österreichischen Mentalität, den Sitten und der Kultur, auch das änderte sich schnell! Am Anfang hatte ich keine österreichischen Freunde – wirklich! – heute habe ich viele! Ich habe viel Neues gelernt und erfahren, vom Wienerschnitzel bis zum Punschkrapfen, vom Snowboarden bis zu Hermann Meier, von den wunderschönen Bergen bis zur blauen Donau, von bewegender österreichischer Musik bis zum Mundl, vom Ostereierpecken bis zum Christkindlmarkt (am liebsten am Linzer Hauptplatz *g*) und den schönen Weihnachtsfeiern bei meinen neuen Freunden.

Ich habe div. Ausbildungen in Österreich absolviert (z.B. Fachtrainer-Ausbildung mit interkultureller und sozialpädagogischer Kompetenz, DAF/DAZ (Deutsch als Fremd-/Zweitsprache), Studium-Lehrgang  „Neo-Salafistischer Islamismus, Extremismus, Dschihadismus / De- Radikalisierung, Donau Uni Krems). Ich interessiere mich besonders für kosmopolitische und vielfältige Projekte und arbeite im interkulturellen Bereich als Berater und Coach.

Beim Verein Land der Menschen in OÖ bin ich seit mehreren Jahren als Integrationsbotschafter in Schulen ehrenamtlich tätig. Seit 1. März 2017 arbeite ich außerdem beim Projekt crosstalk in Oberösterreich. Ich möchte dabei Brücken zwischen den Menschen für ein friedliches Miteinander bauen.

In meiner Freizeit radle ich gerne durch Linz und genieße den Donaustrand.

Mein Lieblingszitat stammt von Nelson Mandela:
„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben.“

 

www.sabri-opak.com

 

Beruf: Boulderer, Kletterer, Lebenskünstler
Geburtsjahr: 1978
Wurzeln: Österreich

Bernd Zangerl hat seit seiner Kindheit in den Tiroler Alpen eine Leidenschaft für Berge, Felsen, Schluchten, Gletscher und steile Felswände. Bereits in seiner Jugend widmete er sich dem Sportklettern und war mit 21 Jahren der jüngste Sportler, der eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 8c kletterte. Eine neue Herausforderung fand er wenige Zeit später im Boulder-Sport. Bouldern ist vereinfacht gesagt das Klettern ohne Seil und Gurt. Schon wenige Jahre später verlieh das renommierte CLIMBING-Magazin Bernd als erstem Europäer den Titel „Boulderer des Jahres“. Bernd Zangerls Reportagen und Fotostrecken aus der ganzen Welt gelten heute als Inspiration und Motivationsquelle für viele Kletterer und solche, die es noch werden wollen. Neben sportlichen Highlights ist es Bernd ein wichtiges Anliegen, die Boulder-Szene aktiv zu fördern. So hat er u. a. mit dem „Charity Bouldern“ das größte Boulder-Event Österreichs ins Leben gerufen und veröffentlichte bereits 2006 seinen ersten grossen Film „MEMENTO. A Boulder Life Line“. Bernd, der neben dem Klettern Musik, lesen, die Natur und das Reisen zu seinen Hobbies zählt, bezeichnet sich selbst als Weltenbummler, der auf der ganzen Welt zuhause ist. Frei nach dem Motto „Live your life, live your dreams with respect”

„Das Bouldern hat mich in die verschiedensten Länder dieser Welt geführt. Überall hatte ich nur positive Erlebnisse mit Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ich bin herzlich empfangen worden und des öfters war ich auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen. Die Hilfe wurde mir nirgends verwehrt. Es ist schön auch zu Hause einen Beitrag leisten zu können – deshalb unterstütze ich crosstalk sehr gern.“

 

Mladen Mijatovic

 

Beruf: Polizist, Polizei Wien
Geburtsjahr: 1985
Wurzeln: Bosnien und Herzegowina

Mladen wurde als Einzelkind einer bosnischen Kroatin und eines bosnischen Serben in Sarajevo (BIH) geboren.
1992 flüchtete er als sechsjähriger Junge aufgrund des eskalierten Bosnien und Herzegowina-Konfliktes alleine mit seiner Mutter und ohne jegliche Deutschkenntnisse nach Österreich.  Hier lernte er Deutsch, absolvierte seine Schulausbildung, schloss im Anschluss eine Lehre bei BMW ab und nahm 2007 die österreichische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Grundwehrdienst trat er noch im selben Jahr, nach erfolgreicher Absolvierung des Auswahlverfahrens, in den Polizeidienst in Wien ein. Nach Beendigung der zweijährigen Polizeigrundausbildung folgten Einsätze in verschiedenen Polizeiinspektionen und Abteilungen in Wien.
Im weiteren Verlauf besuchte er diverse Fortbildungen im In- und Ausland und erwarb dadurch wertvolle Kompetenzen.
Seit 2012 ist Mladen im Büro Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Wien für Minderheitenkontakte zuständig und bekleidet dort derzeit die Funktion des stellvertretenden Referatsleiters. Das Referat Minderheitenkontakte der Wiener Polizei hat die Aufgabe, ein konfliktfreies Zusammenleben von Polizei und Minderheiten zu erreichen und dadurch einen Beitrag zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens in Wien zu sichern.

Privat engagiert sich Mladen bei diversen interkulturellen Projekten ehrenamtlich und fungiert ua. als EU-Integrationsbotschafter des BMIEA oder als Mentor.

Um eine vernünftige Work-Life-Balance zu gewährleisten, betreibt er am liebsten Sport und verbringt gerne viel Zeit mit seiner Familie.

 

Abdul Fakhouri

Beruf: Schüler
Geburtsjahr: 1999
Wurzeln: Syrien

Ich bin Abdul, bin 17 Jahre alt. Ich bin in Damaskus geboren und aufgewachsen. In meiner Kindheit bin ich sehr viel geschwommen und nachher habe ich Wasserball im Damaskus Team in der Jugendklasse gespielt. Mein Vater war der Tormann des nationalen Teams und dadurch bin ich zum Wasserball gekommen.
Im August 2013 sind wir nach Istanbul geflogen und dort haben wir ca. 2 Jahre gelebt. Als Schüler in Damaskus hatte ich sehr gute Noten und in Istanbul habe ich weiter normal in Arabisch gelernt. Am 28.03.2015 durften wir nach Österreich fliegen.
Mit vollem Gas habe ich meinen Weg angefangen und jetzt besuche ich das BORG und habe noch zwei Jahre bis zur Matura. Mit dem Abschluss der Matura werde ich schon sechs Sprachen beherrschen.
Ich mache gern alle Wassersportarten, lerne sehr gerne Sprachen und habe noch viele Hobbys.

Ich bin immer sehr optimistisch und ehrgeizig und sehr gespannt auf die Zukunft.

 

 

Omer Amanzada

Geburtsjahr: 1998
Wurzeln: Afghanistan

Ich bin 18 Jahre alt und ich komme aus einer ländlichen Region Afghanistans. Vor ungefähr drei Jahren habe ich mein Land verlassen, seitdem habe ich meine Familie nicht mehr gesehen.

Ich war im Iran, in der Türkei, 3 Monate in Griechenland und ungefähr 8 Monate in Italien, so lange ist meine Geschichte und am Ende bin ich in Österreich gelandet. Die Reise war sehr lange. Vom Iran in die Türkei war ich zu Fuß unterwegs, für 11 Stunden über Berge, das war der schwierigste Tag in meinem Leben. Es war Winter und es lag ca 2 Meter Schnee auf dem Berg. Dann bin ich auch noch mit dem Schiff, mit dem Zug und auch mit dem Flugzeug gereist.

Meine Familie habe ich seit 3 Jahren nicht gesehen. Dort gibt es kein Internet, es gibt viele Probleme, kein Handy, manchmal versuche ich anzurufen aber ich komme nicht durch. Ich habe sie in den Jahren vielleicht 4 oder 5 Mal gesprochen. Und immer wenn ich dann mit meiner Mutter rede frage ich sie wie es ihr geht, sie sagt mir immer nur “ich bin ok, pass auf dich auf”. Ich habe 3 kleinere Brüder, ich bin also der älteste.

Nun habe ich einen positiven Bescheid, ich darf hier in Österreich bleiben und auch arbeiten.

In meiner Freizeit male ich gerne, ich gehe gerne spazieren, und möchte auch gerne mit vielen österreichischen Menschen Kontakt haben.

Ich denke der Mensch ist Mensch. Es ist egal ob man Ausländer ist oder Österreicher oder Amerikaner, Mensch ist Mensch, man muss verstehen dass ein Ausländer nicht aus dem Wald kommt, ein Ausländer ist auch ein Mensch, aber der hat Probleme und nur deswegen kommt er in ein anderes Land zum Leben.

Beruf: Student
Geburtsjahr: 1995
Wurzeln: Afghanistan

Ali war gerade 13 Jahre alt, als er 2008 am Flughafen in Wien ankam. Aufgrund des Krieges musste er seine Heimat Afghanistan verlassen. Er lebte bei einer bosnischen Pflegefamilie und konnte seine Familie – Alis Eltern und drei Geschwister – mit Hilfe der Rotkreuz-Familienzusammenführung nach Österreich nachholen. Das stellte die Familie vor neue Herausforderungen, denn das Leben muss in einer für sie völlig neuen Umgebung neu organisiert werden: Sprache lernen, Wohnung finden, für Ausbildung sorgen…

Im Rahmen des Projekts „FamilienTreffen“ wurden Alis Geschwistern ehrenamtliche „IntegrationsBuddies“ zur Seite gestellt, die nicht nur bei den Hausübungen und beim Deutschlernen unterstützten, sondern auch durch gemeinsame Freizeitaktivitäten gemeinsames voneinander lernen ermöglichten. Genau zu dieser Zeit begann Ali mit dem Studium „Petroleum Engineering“ auf der Montanuni in Leoben. Mittlerweile ist der 22-Jährige wieder zurück in Wien, um sich auf eine Ausbildung im medizinischen Bereich vorzubereiten.

In seiner Freizeit engagiert sich Ali u. a. beim Verein „Afghanische Jugendliche – Neuer Start in Österreich“ (www.neuerstart.at), der nicht nur jugendliche Flüchtlinge und deren Familien bei der Integration in Österreich unterstützt, sondern zu einer friedlichen Atmosphäre zwischen den ethnischen Gruppen Afghanistans sowie zwischen autochthoner Bevölkerung und AfghanInnen beitragen möchte.

Weitere Hobbies von Ali sind Fußball, Basketball, Fitness, lesen und sich mit Freunden in der Shisha-Bar treffen.

Nermina Tahirovic

Geburtsjahr: 1963
Wurzeln: Bosnien

Mein Name ist Nermina Tahirovic, ich bin als Diplomsozialarbeiterin zuständig für die Hospiz- und Palliativbetreuung im Roten Kreuz, Landesverband Niederösterreich.

Geboren bin ich in Bosnien und habe 29 Jahre dort gelebt, studiert und gearbeitet. 1992 änderte sich mein Leben schlagartig – wie viele andere flüchtete ich 1994 nach Österreich, nachdem zwei Jahre zuvor schon meine Eltern und Geschwister in diesem Land Zuflucht finden konnten.

Eigentlich war ich mit der festen Absicht nach Österreich gekommen, nach dem Krieg wieder nach Bosnien zurückzukehren, jedoch musste ich mir bald eingestehen, dass die Zerstörungen zu weitreichend und tief waren, um meiner Familie eine sorgenfreie Zukunft garantieren zu können. In Österreich wurden wir sehr gastfreundlich und fürsorglich aufgenommen, viele Menschen haben uns Wasser für unsere Verwurzelung durch Liebe und Freundschaft gegeben – dann war es sehr leicht hier und dort und überall beheimatet zu sein. Ich fühlte mich bald hier zu Hause und darum war es für mich einfacher, meine berufliche Ausbildung für Österreich nostrifizieren zu lassen und meinen beruflichen Weg in Österreich fortzusetzen.

Neben meiner Tätigkeit im Bereich Hospiz- und Palliativbetreuung bin ich auch als freiwillige Botschafterin im Projekt crosstalk aktiv. Es ist mir ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche an meiner Geschichte teilhaben zu lassen, um ihnen nahezubringen, warum Flüchtlinge nach Österreich kommen und was es bedeutet „fremd“ zu sein bzw. als „fremd“ angesehen zu werden. Diese Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen haben mich zutiefst berührt. Zum einen unterstützen die offenen Fragen und das Mitgefühl die Aufarbeitung meiner Erlebnisse. Zum anderen freue ich mich, jungen Menschen die Wichtigkeit von Offenheit und Toleranz zu vermitteln. Denn ein Freund zu sein, erleichtert dem anderen, nicht fremd zu sein. Deshalb kann ich auch sagen: ich bin nicht freiwillig gekommen, aber freiwillig geblieben.

Laila Jamali

Wurzeln: Marokko

Laila wurde in Marokko geboren und lebt bereits seit vielen Jahren in Europa. In Marokko hat Laila Französische Literatur studiert. Einige Jahre hat sie in Deutschland gelebt, bis sie die Liebe schließlich 2013 nach Österreich gebracht hat. Seitdem lebt Laila mit ihrer Familie in Niederösterreich.

Um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und Leute kennenzulernen, meldete sich Laila beim Roten Kreuz in Berndorf. „Am Anfang war es hier sehr schwierig, besonders, weil die Sprache ganz anderes als in Deutschland oder in einem Sprachkurs ist. Direkten Kontakt zu den Menschen hier habe ich eigentlich auch erst durch meine freiwillige Tätigkeit beim Roten Kreuz bekommen“ erinnert sich Laila. Bis jetzt engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Team Österreich Tafel oder dem Integrationsprojekt Familien Treffen.

Auch hauptberuflich kann sie ihre soziale Ader als Dolmetscherin und Mitarbeiterin eines Frauengesundheitsprojekt bei der Caritas ausleben. „Es ist wichtig nicht namenlos zu bleiben, sondern den direkten Kontakt zu suchen“, sagt Laila. „Man muss auch nicht immer der gleichen Meinung sein. Ich denke das schlimmste für eine Gesellschaft ist, wenn kein gar keine Gespräche mehr stattfinden. Und dieses Projekt versucht hier Präventionsarbeit zu leisten“.

Lailas Motto: Wenn du selbst Hilfe gibst, wird dir auch Hilfe angeboten.

Uschi Lichtenegger

Geburtsjahr: 1961
Wurzeln: Österreich

Die Leopoldstädter Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger, geb. 1961 in Wien, entschied sich nach der Schule für eine Bürolehre. Schon in jungen Jahren zeichnete sich Uschis Interesse am Politischen ab, weshalb sie einen reichen Erfahrungsschatz in unterschiedlichen Institutionen wie im Verlag für Gesellschaftskritik, der Theodor-Kramer-Gesellschaft und anderen Sozial- und Kulturvereinen wie der Arge Randkunst oder dem Kulturkreis Mexikoplatz sammeln konnte. Unterdessen entschied sie sich, im zweiten Bildungsweg auch eine Ausbildung zur Familienhelferin zu machen. Zuletzt war sie im Wiener Dachverband für sozialökonomische Einrichtungen tätig. Seit über 15 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich bei den Grünen und ist schon eine lange Zeit stark im zweiten Bezirk verwurzelt. Energie sammelt Uschi beim Spielen mit ihren beiden Enkeltöchtern und bei Outdooraktivitäten wie Spaziergängen mit ihrer Hündin Honey oder beim Tennis mit FreundInnen.

„crosstalk“ ist ein Projekt, das Uschi sehr begeistert. Diversität von Menschen und Kulturen ist für sie eine der vielen Qualitäten des zweiten Bezirks. Der gemeinsame Diskurs sowie das Finden von Gemeinsamkeiten und dem Verbindenden liegt ihr sehr am Herzen.

Portrait Farzana Niazi

Beruf: Bürokauffrau und Dolmetscherin
Geburtsjahr: 1988
Wurzeln: Afghanistan

Mein Name ist Farzana Niazi. Ich bin 28 Jahre alt, geboren in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan.
Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, sie heißt Sarah.

Ich bin 10 Jahren in Afghanistan in die Schule gegangen. Seit März 2009 lebe ich in Österreich (durch Familienzusammenführung). Ich habe Deutschkurse besucht und viel zu Hause mit dem Wörterbuch Deutsch gelernt. Im Jahr 2009 habe ich meinen Hauptschulabschluss beim Verein Maiz OÖ absolviert. Danach machte ich die Abendschule in Linz. 2014 habe ich die Ausbildung Bürokauffrau mit viel Freude positiv abschließen können. Zurzeit arbeite ich als Bürokauffrau und Dolmetscherin beim Verein Begegnung Arcobaleno. Meine Hobbys sind Musik hören, lesen und in der Natur spazieren zu gehen.

Meine Botschaft für ein friedliches, hassfreies Zusammenleben in Österreich ist, dass die Menschen offen sind – trotz vieler negative Schlagzeilen. Viele Menschen in Österreich geben AsylwerberInnen eine Chance anzukommen und lernen die Menschen auch persönlich kennen.

Mein Wunsch ist es, dass wir Menschen egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe bei uns als Freunde aufnehmen und mit uns in Frieden leben lassen.

 

Derya Trentinaglia

Beruf: Juristin
Wurzeln: Türkei

 

Wer bin ich?

Diese Frage begleitet mich – wie so viele andere – bis heute. Geboren als ein „Gastarbeiterkind“ war ich immer das „Türkenmädchen“, auch nach der Matura. Nach dem Jus-Studium musste ich meinen Lebenslauf für Bewerbungen persönlich in den Kanzleien abgeben, damit wahrgenommen wird, dass ich Deutsch spreche und eigentlich ganz normal bin.

 

Seit 2012 lebe ich gemeinsam mit meinem Mann Thomas in Linz. Wir sind beide engagierte Jurist*innen aus Tirol und haben in Linz unsere neue Heimat gefunden. Meine „Spezialgebiete“ sind der Erwachsenenschutz (Sachwalterschaftsrecht), Wirtschaftskriminalität (Korruption), Asyl- und Grundversorgungsrecht.

 

Als Kind und Jugendliche habe ich sehr viel gelesen, zur Sklaverei, zur Apartheid, zu Sophie Scholl. Ich glaube daran, dass wir Menschen Geschichte prägen können, indem jede*r nach eigenen Kräften mitwirkt. Ich glaube daran, dass Gesellschaft nur mit einem Miteinander gut funktioniert und Wohlstand zulässt. Das hat uns die Geschichte Österreichs bereits gezeigt. Damit ein Miteinander möglich ist, ist es unumgänglich, dass wir aufeinander zugehen und uns wertungsfrei begegnen.

 

Ich spiele Capoeira. Eine brasilianische Kampf- und Tanzkunst, die aus der Sklaverei entstanden ist. Gespielt wird im Kreis, der die Begegnung zwischen Menschen ermöglicht, die sich nicht kennen, nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, außer der Körpersprache. Hier habe ich gelernt mit Vertrauen und Achtsam auf Menschen zuzugehen, mich selbst zu schützen, gemeinsam zu spielen – in der Begegnung mit meinem Gegenüber. Meine Ängste sind nicht von dem Menschen verursacht, der mit gegenüber steht, sondern vom „Hörensagen“. Vertrauen zu haben ist nicht leicht, wenn die Informationen die wir um uns herum wahrnehmen, uns voneinander entfernen und Ängste schüren. Darum sind Botschaften, die uns zeigen, dass ein anderer Weg möglich ist, umso wichtiger. Denn „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt (…)“ (Art 1 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).

 

Muktar Mohamed

Beruf: Freiwilliges Integrationsjahr bei Roten Kreuz
Wurzeln: Somalia

Muktar ist seit 2 Jahren in Österreich – er wohnt und lebt in Innsbruck, der Landeshauptstadt von Tirol.

Am Anfang war es für Muktar schwierig in Kontakt mit Menschen aus Tirol zu kommen: „Als ich nach Österreich gekommen bin, habe ich eine ganz andere Vorstellung gehabt vom Land und den Menschen. Wie sie mir gegenüber als Flüchtling reagieren würden und wie mein Leben in Österreich weitergehen wird. Ich hatte Angst, war am Anfang ein sehr verschlossener Mensch – aber als ich etwas Deutsch sprechen konnte, begann ich in Kontakt zu treten mit den Leuten hier in Tirol. Ich finde die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Gesellschaft.“

Seitdem hat sich viel verändert für Muktar:„Österreich ist ein ganz wunderschönes Land. Was mir besonders gefällt ist die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt der Menschen. Ich bin sehr neugierig noch mehr über die Kultur und die Werte der Menschen in Österreich zu lernen.“

Muktar ist seit Beginn des Jahres 2017 Freiwilliger beim Roten Kreuz Tirol und auch als Botschafter für die Projekte „xchange“ und „crosstalk“ im Einsatz. Er wird ab August 2017 außerdem das „Freiwillige Integrationsjahr“ beim Landesverband Tirol beginnen und dort im Bereich „Restoring Family Links“ und GSD „Flucht & Migration“ ausgebildet und mitarbeiten.

Muktar spricht außer seiner Muttersprache Somali, fließend Arabisch, Englisch und Deutsch. Er hat ein paar Semester Pharmazie im Jemen studiert, konnte sein Studium dort nicht abschließen. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich gerne Fußball.

Sein Lebensmotto: „Do not let your fear get in the way of your dreams“

 

Beruf: In Ausbildung zur Sozialpädagogin
Geburtsjahr: 1973
Wurzeln: Venezuela

Mein Name ist Yelitza Fernandez. Ich bin 44 Jahre alt und wurde geboren in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela. Ich bin geschieden und habe eine Tochter, die 14 Jahre alt ist und die 5 Klasse Gymnasiumbesucht. Nach meinem Studium in Marketing und Öffentlichkeitarbeit ging ich nach Hamburg, um Deutsch zu lernen. Danach habe ich geheiratet und an der Fachhochschule Aachen BWL angefangen zu studieren. Überall wo ich war, habe ich mich ziemlich schnell angepasst und immer gut gefühlt. Trotzdem fühlte ich Sehnsucht nach einem Zuhause. Ein Gefühl das mich verfolgte bis ich nach Österreich kam. Hier habe ich mein Zuhause gefunden. Meine Wüschen werden alle hier in Österreich in Erfüllung gehen. Ich zweifle nie daran.

 

Für mich ist Sport wie Medizin für die Seele. Musik ist mein ständiger Begleiter. Diese Leidenschaften haben mich auf Idee gebracht, meine Hobbies als Beruf auszuüben. In 2010 wurde ich die erste zertifizierte Zumba Fitness Instruktorin in Linz.

 

Im Oktober 2016 habe ich eine Ausbildung zur Diplom Sozialpädagogin und parallel ein Praktika beim Begegnungszentrum Arcobaleno (www.arcobaleno.info) angefangen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und darauf Menschen beim Ankommen in Österreich zu unterstützen.

 

Ich wünsche mir ein friedliches, hassfreies Zusammenleben in Österreich, dass die Menschen toleranter sind und dass alle Menschen egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe bei uns als Freunde aufgenommen werden und mit uns in Frieden leben können.

 

Mein Motto: „wenn eine Idee in deinen Kopf passt, passt sie auch in dein Leben“

 

Hallo! Mein Name ist Soner Bayhan, ich bin 24 Jahre alt. Im Jahr 2001 bin ich als Flüchtlingskind mit meiner Familie aus der Türkei nach Österreich gekommen. Ich habe mich seit meiner Ankunft in Österreich sehr willkommen gefühlt. Ich habe die Unterstufe und im Anschluss die Oberstufe Gymnasium in der Fadingerschule in Linz besucht. Seit 2014 bin ich in der Gastronomie in Linz tätig.

 

Aufgrund meiner Leidenschaft für sportliche Aktivitäten, bin ich seit 2014 ein Mitglied beim SV Chemie Linz und spiele ich regelmäßig Fußball in der Position als Mittelmann. Im Bruno Kreisky Cup 2009 gewann ich mit meiner Mannschaft den ersten Platz. Zudem hatte ich die Ehre bei diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten wie z.B. beim Begegnungsfest Wienerstraße mit der Friedensinitiative Linz als Aufsichtsperson tätig zu sein.

 

Nach dem Antritt des Grundwehrdienstes möchte ich mich für die Polizeischule in Linz bewerben, da mir die Sicherheit besonders am Herzen liegt. Es freut mich sehr, ein Teil dieses crosstalk-Projekts sein zu dürfen und möchte den Interessierten über meine Erfahrungen hinsichtlich der unvergesslichen Begegnungen mit tollen Einheimischen erzählen, zugleich einen Denkanstoß geben, wie man als Individuum mehrere unterschiedliche Kulturen großartig miteinander vereinbaren kann. Jeder Mensch hat einen besonderen Platz in unserer Gesellschaft und es geht nur miteinander.

Beruf: Innenausbau
Geburtsjahr: 1988
Wurzeln: Afghanistan

Mein Name ist Muhammadullah Akakhel, geboren am 21.03.1988 in Afghanistan. Ich habe mit meinen Eltern in der Landwirtschaft gearbeitet und bin daneben in Afghanistan in die Schule gegangen. Ich bin verheiratet und musste 2010 mein Heimatland Afghanistan fluchtartig verlassen. Ich konnte mich von meiner Frau u. meiner Mutter nicht mehr verabschieden auf Grund von Kidnapping und Todesdrohung durch die Taliban.

Ende 2011 kam ich in Österreich (Wien) an. Über diese „Reise“ möchte ich einmal einen Bericht schreiben, ich werde sie nie vergessen. In Österreich war für mich alles neu. Ich habe mich von Anfang an für die deutsche Sprache interessiert, weil die Sprache für mich der Eingang in die neue Gesellschaft ist. Ich habe immer überlegt, wie ich mein Land vorstellen kann, denn die Menschen hören und hörten hier nur vom Krieg in meinem Land. Das hat mich immer leidgetan, denn ich habe immer positiv gedacht.

Ende 2012 bin ich dann nach Linz gekommen. Wohnte ca. 2 Jahre in Leonding, wo ich viele nette Leute kennengelernte. Ich bekam viele Angebote, z.b. Deutsch-Kurse, Hauptschulabschluss, Kochkurse halten, Mitarbeit in drei Gemeinschaftsgärten, freiwillig mithelfen und dolmetschen (Deutsch – Pashto, Dari/Persisch, Grundkenntnisse in Griechisch und Englisch), was ich alles sehr gerne machte.

2015 habe ich dann meinen positiven Asylbescheid bekommen, worüber ich sehr glücklich war, denn damit hat mein richtiges Leben hier begonnen: Arbeit suchen, Wohnungssuche und ein selbständiges Leben anfangen. Ich habe am Anfang mit ganz wenig Einkommen in drei Minijobs gearbeitet. Im April 2015 ich habe mich beim Slowfoodwirtshaus „Die Donauwirtinnen in Linz“ beworben und die Arbeit bekommen. Es war eine schöne Zeit mit sehr guter und interessanter Arbeit, lieben Kollegen und Kolleginnen: 1 Jahr lang. Machte abschließend über das BFI eine Ausbildung zum Innenausbau.

Im März 2017 habe ich bei einer Bau-Firma in der Nähe von Linz zu arbeiten begonnen: eine schwere, aber erfüllende Arbeit. Wurde sehr gut aufgenommen bei den Arbeitskollegen und lerne schon mühlviertlerisch zu reden. Bin beim Lernen für den Führerschein. Mein Chef wird mich finanziell unterstützen, wenn ich auch gleich den LKW-Führerschein mache, damit ich in der Firma auch mit den LKWs eingesetzt werden kann. Da ich gerne mit Menschen in Kontakt trete, fällt es mir leicht, den Leuten ein interessantes und positives Bild von Afghanistan zu vermitteln.

 

Guelcan Ceylan

Mein Name ist Gülcan Ceylan. Ich bin 28 Jahre alt und bin in Linz geboren. Ich habe drei Schwestern und einen Bruder. Meine Nichte Dilara und meine zwei Neffen Dalyan und Luca versüßen meine Welt. In meiner Freizeit mache ich Sport und bin sehr gerne in der Natur. Bewegung und Ernährung spielen für mich eine große Rolle. Auf Freundschaften lege ich sehr viel Wert und bin froh, dass ich meine Freunde bei mir habe.

Meine Eltern kamen 1970 als Gastarbeiter nach Österreich. Nicht nur in Österreich als „Türkin“, sondern auch in der Türkei als „Alevitin“ gehöre ich zur Minderheit an. Das Gefühl nirgendwo akzeptiert zu sein und immer wieder mit Rassismus kämpfen zu müssen, kenne ich sehr gut. Gastarbeiter, Studenten, Asylwerber, MigrantInnen etc. haben eines zusammen: „anders sein“. Genau hier sehe ich auch die Gefahr einer Radikalisierung bei beiden Seiten.

Ich bin der Meinung, dass wenn sich Menschen, vor allem junge Menschen ausgegrenzt bzw. nicht willkommen fühlen, sich in die radikale Schiene bewegen können. Daher ist es mir persönlich wichtig bei Arbeiten, Projekten mit dem Thema „Integration“ mitzuwirken.

Ich versuche mich sowohl hauptberuflich als auch ehrenamtlich für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen. Seit 2014 arbeite ich im interkulturellen Begegnungszentrum Arcobaleno als Dipl. Sozialpädagogin. Hauptsächlich arbeite ich mit AsylwerberInnen. Neben Veranstaltungen, Kinderbetreuung, politische Arbeit, Aktivitäten gehört die Arbeit mit jungen Menschen zu meinen Hauptaufgaben.

Ich wünsche mir eine Welt, wo Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Kultur abgestempelt werden- im guten oder schlechten Sinne. Die Hoffnung werde ich nie verlieren!

 

Unser Team ist ständig am wachsen.

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